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16
Apr
2007

Gedankenspiele

Im Schweben zwischen Himmel und Erde, zwischen Leben und Tod. Doch was tut man, wenn man zu Leben zu wenig, zum Sterben aber zu viel in sich hat?

Am Ende

Letzte Nacht fast gar nicht geschlafen. Ich werd die Gedanken einfach nicht los, keine Chance. Gut, bestimmte Dinge hab ich im Griff, da wird nichts passieren. Aber der Rest klappt gar nicht.

Meine Arme bekomm ich im Bett nicht sortiert. Wie immer ich liege, es tut grausam weh - alles dick entzündet, schmerzhaft. Suppt, eitrig, das alte Problem. Ich will nicht wissen, wie hoch mein Entzündungswert ist.
Zum Arzt, was das naheliegendste wäre, kann ich nicht, nicht so, wie ich aussehe. Ich glaube, dem bliebe keine andere Wahl, als mich einzuweisen. Es klappt ja auch echt gar nichts. Jede Bewegung tut weh, das tippen, das Haare kämmen, das Essen. Mein einer Arm ziemlich steif, strecken geht nicht mehr.
Und ich kann nicht mehr weiter. An einer Mauer angelangt, die zu hoch zum überklettern ist, und keine Tür hat. Auf das schneiden kann und will ich im Moment nicht verzichten, das ist das einzige, was mich am Leben hält, so seltsam das auch klingen mag. Tja, wie nun weiter?
Jetzt bräuchte ich irgendwie eine Patentlösung, oder ein paar Tritte in den Hintern. Aber wie bekommt man wieder Hoffnung, wenn man sich aufgegeben hat?

Crossing a destroyed world

Irgendwie hab ich es satt. Die Fassade, das Spielen, das Verstecken. Das Tag für Tag im Zimmer verkriechen, weil es draußen zu warm ist, um langärmelig rumzulaufen, und ich meine Arme nicht zeigen kann. Ich hasse das Wetter!

Außerdem mache ich den ganzen Tag übelste Gedankensprünge. Von einem Thema zum anderen, ohne erkennbaren Zusammenhang. Wirre Texte, wirres Gerede. Wut über mich selbst. Hass.

Das Gefühl, neben der Welt zu stehen. Keinen Sinn mehr, keine Gründe mehr, kein Leben. Zwischen mir und der "normalen" Welt ist eine dicke Glaswand, ich kann beobachten, aber nicht teilnehmen. Jeder erbärmliche Versuch wird zu einem peinlichen Anderssein. Distanz in der Nähe. Unverständnis im Versuch zu verstehen.

Die Gefahr bleibt. Und ich bleibe in diesem Blog radikal - wer das nicht lesen kann, soll in "Herzblut" bleiben. Da wird es wieder sanfter. ich muss schließlich nach außen hin Besserung zeigen.

Die Gefahr bleibt. Mittlerweile ist es ganz egal. Die pure Lust, mir selbst zu beweisen, daß ich es erneut kann, die bloße Fahrlässigkeit im Kurzschluß, nun doch ein Ende zu setzen, ist immer dichter, und das war es zum größten Teil, was den letzten resultierte. Gleichgültigkeit, Lebensunmut, Lebensmüdigkeit. Zutreffende, bittere Worte.

Und doch bleibt die verdammte Frage in mir drin, was ich eigentlich noch alles tun muss, bis meine Eltern ihre Notbremse ziehen. Jeden Tag wieder neu warte ich ein wenig darauf, daß sie den Psychothriller in ihrem Haus beenden. Aber vermutlich muss ich erst Blutspuren am Boden hinterlassen, bis sie einmal ihre "Grenzen setzen". Oder ich stehe einmal nicht auf, sondern warte, bis sie hereinkommen und ich noch vom Blut der letzten Orgie rot bin morgens. Wie belastbar sie in ihrer Sorge noch sind. Oder wie blind.

Vier Schnitte heute Abend. Und nachher, im Bett, werden mehr werden. Bilder und Pläne, wie ich die Klinge ansetze, durchziehe, immer wieder. Schon der erste Schnitt klafft einen Millimeter, und mit jedem weiteren wird es mehr. Irgendwann ein dünner herausquellender Strahl, der im Rhythmus meines eigenen Bluts pulsiert. Schade, daß ich hier kein Waschbecken habe, aber irgendwann ist es mir egal, ob ich den Fußboden versaue oder nicht. Im Moment blute ich nur die Handtücher meiner Mutter voll, die ich dann wasche, wenn sie aus dem Haus ist.

~

Trostlose Krater, ausgedörrte, staubige Erde. Grau in Grau, mit dunkelroten runden Tropfen im Dreck. Kein Horizont, keine Sonne, keine Nacht. Nur Dunkelheit und Traurigkeit. Eine tote, zerstörte Welt, niemand außer mir darin, niemand, der nur hineinkommen kann. Kein Ausgang, die tote Landschaft zieht sich ins Unendliche. Das Innere meines Herzens ist tot. Kalt. Verloren - lost... Und es wird kein Feuer geben, kein Licht, keine Wärme. Und ich verliere mich in der Hoffnungslosigkeit.
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darkness inside my life

Gedankenspiele, Traumtänzereien, Melancholie und die Abgründe in meiner Seele. Wer sich hier drauf einlässt, wird selten Frohes und nie Licht lesen - aber manchmal muss auch der Seelenschrott Worte finden. Vorsicht, triggernde Inhalte! Ich setzte keine Sternchen und Spoiler!

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