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25
Okt
2007

...

Ich wollte hier nie wieder schreiben. Ich wollte nie wieder jammern, nie wieder Wut, Trauer, Enttäuschung, Schmerz und Depression erleiden und oder niederschreiben.

Wieder ein festes Vorhaben, das ich breche. Wieder mal, wie immer, eine Niederlage.

Allein. Zu Hause ersticke ich an der Vergangenheit, die mich einfach nicht loslässt. Draußen bekomme ich wegen dem Leben keine Luft, an dem ich nicht teilhaben will. Jeder Schritt vorwärts (?) eine Qual. Wie lange kann ich mich noch zu jeder Tätigkeit, zu jedem Lächeln, zwingen? Wie lange halte ich durch, bis mir wieder Tabletten ein Ende gewähren?
Diesmal kann mich niemand finden.
Ich bin allein. Sie hat sich für ihn entschieden, ich kann es verstehen - wer sollte mich auch wollen? Die Hoffnungen, die ich in meiner Traumwelt hegte, sind zerbrochen. Nichtmal mit mir reden will sie noch. Sie meldet sich nicht mehr, nutzt mich nicht mal mehr als Freundin. Ich bleibe wieder einmal allein zurück. Und meine Tränen sieht natürlich wieder einmal niemand. Wozu auch? Es ändert nichts. Ich bin und bleibe einsam, ich werde immer allein sein. Ich werde niemandem je genügen können.

Ich kenne einen Ausweg, der mir hilft. Weiterhin verstecken, natürlich - aber es ist gleichgültig. Wer wird sich beschweren, sollte es jemand erfahren? Niemand... Es ist eh gleichgültig, ob ich lebe oder nicht. In EInsamkeit kann man gut sterben, und nichts anderes habe ich vor, ob kurz oder lang. Ich weiß, daß ich mein Leben allein und selbstbestimmt beenden werde. Mit der Sache jetzt war ich schon dicht davor - aber jetzt weiß ich, wie ich mich auf der Insel leicht zerstören kann - es ist so einfach.

8
Jun
2007

...

Weißt Du eigentlich, wie weh das tut?!

Natürlich, ich bin schuld. Da muss man auch nicht fragen. Die Fakten sprechen für sich. Gegen mich.
Verlogenes Miststück. Es reicht nicht, daß ich mein Leben nicht auf die Reihe bekomme, ich versuche jetzt, seins zu zerstören.
Glaubst Du das wirklich?

Ich bin immer für Dich da. Du kannst mir nicht weh tun. Du kannst mich nicht verlieren. Ich verstehe Dich, oder versuche Dich zu verstehen. Mir kannst Du nicht weh tun. Darüber bin ich längst hinaus. Ich will nur immer für Dich da sein.


Ich hab es gewusst. Solche Worte können nur hohles Gerede sein. Aber die Fassade hat lange gehalten.
Du warst mit ihr zusammen, bis Anfang März. Mit mir ab Anfang Februar. Aber nein, ich bin verlogen, ich bin das Miststück. Und natürlich hast Du Recht.
Die Schmerzen gehen ins Unerträgliche. Jetzt habe ich Dich doch verloren. Indem ich etwas tat, wo ich noch immer zu dumm bin, um zu sehen, was genau jetzt an dem Gespräch so schlimm war. Hast Du es eigentlich? Oder vertraust Du ihren Worten noch immer so sehr, daß nur ich verlogen und Miststück sein kann?

Danke. Für den Beweis, daß ich schlecht bin. Für den Beweis, daß ich auf kurz oder lang doch nur Dein Leben zerstöre. Für den Beweis all der Dinge, die Du nie hinnehmen wolltest.
Ich kann Dich verletzen, offenbar dann am Besten, wenn ich es gar nicht will. Ich kann Dich verlieren, aber primär dann, wenn ich daran gar nicht denke.

Verlogenes Miststück. Ich soll Land gewinnen. Reicht das Land, was zwischen uns ist, nicht aus? Wie Du willst. Mir steht zum Glück immer noch ein anderes offen, wenn ich in diesem hier nicht sein darf. Zerstört, was blieb. Und nun? Eine Trümmerwüste. Ich werde Land gewinnen. Keine Angst - nicht mehr lange, und Du wirst mich nie wieder sehen. Das ist ein Versprechen.

14
Mai
2007

a never ending story

Nahe an den Tränen. Müde, erschöpft, durch den Wind. Traurig, hoffnungslos.
Gute Freunde, die mich noch am meisten direkt sehen konnten, haben mir den Absturz schon lange prognostiziert. Ich hab es mir schön geredet, verdrängt, versucht, zu vertuschen und einfach drüber hinweg zu sehen. Langsam geht das nicht mehr. Und heute geht gar nichts mehr.
Mein Luftschloß, getragen von kindischen AlleswirdgutHoffnungen und dem Wunsch, anderen nicht immer wieder neu durch "Probleme" Sorgen zubereiten und weh zu tun, ist zerplatzt, abgestürzt. Und ich würde nur allzu gern hinterher.
Was bleibt jetzt noch? Wartezeit, die ich nicht füllen kann. Ein verzweifeltes Leben in den Tag hinein, ohne auch nur eine Chance auf Besserung. Was tue ich denn hier draußen? Ich pflege meine BPS und die schwere Depression, entwickle Tag für Tag neue dysfunktionale Verhaltensweisen und gebe mich immer weiter auf. Warum auch nicht? Es bleibt doch nichts anderes.

Eine gute Freundin sagte mir heute am Telefon "ins Gesicht", ich sei mittlerweile auch bulimisch. Ich hab es abgestritten, das ab und an mal kotzen ist doch egal. Und sie haute mir ein paar Definitionen um die Ohren, die schon das verdammen. Klasse. Hab ich mir jetzt gleich das nächste "Problem" selbst gemacht?

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Motivation zum ändern gleich null, Motivation zum leben noch darunter. Ich seh keinen Sinn mehr. Sackgasse, Endstation. Man gebe mir eine Klippe und ich stürz mich mit Freuden runter. Meine Tabletten trage ich schon wieder immer mit mir rum. Für den Fall. Als ich damit das letzte Mal anfing, hat es drei Tage gebraucht. Ich geb mir länger, ja. Aber ich geb mir an sich keine Zeit. Und will sie auch nicht.

Ich kann einfach nicht mehr. Irgendwann ist ein Ende erreicht, und für mich ist es jetzt hier. Vielleicht wird es in ein paar Tagen besser sein, das weiß ich nicht. Vielleicht auch nicht. Ob ich in ein paar Stunden wieder mir selbst einreden kann, ich hätte doch noch Kraft, ein paar Meter schaffe ich noch - offen. Will ich das eigentlich? Ich glaube nicht. Aber die Kraft zu sagen, ich kann nicht mehr, ich brauche Hilfe, weil ich nicht weiter weiß, habe ich nicht. Oder - vielleicht habe ich auch einfach niemanden, dem ich das sagen könnte. Wer sollte mir schon helfen können? Da gibt es nichts.
Finite.

Ich werd mich wieder ein paar Tage einmauern. Ich mag jetzt einfach keinen sehen. Möglichst nichts essen, mein Zimmer möglichst wenig verlassen und irgendwie die Tage verdämmern. Auch ein Leben. Aber keins, was ich haben will. Ändern? Wie denn? Es geht ja doch nicht.
Ich kann einfach nicht mehr. Gestolpert, hingefallen, und ich komme nicht mehr hoch. Diesmal geht einfach nichts mehr.
Und ich heule - zum ersten Mal seit der Intensivstation Helmstedt. Gratulation, Leben, du hast es wieder einmal geschafft.

Seifenblasenträume

Ein knappes Telefonat, sie war im Gespräch und daher kurz angebunden. Will ich kommen? Ja, ich sage, ich hätte mich entschieden, wenn ich die Möglichkeit habe. Sie bekräftigt, daß mir ein Platz angeboten werde - nach meiner besten Freundin. Keinen gleichzeitigen Aufenthalt, also komme ich nach ihr. Wartezeit? Das wird dauern. Sie wird hoffentlich diese oder nächste Woche reinkommen, dann 8 bis 12 Wochen Aufenthalt, das wird sich zeigen. Wir haben Mai - Juni, Juli, also vermutlich wird es August. Dann für mich ebensoviel Aufenthaltszeit - 8 bis 12 Wochen, also weitergerechnet... August, September, Oktober. Das war es dann mit dem geplanten Studium.

Die Enttäuschung kocht hoch wie nichts. Klasse, wieder einmal abgelehnt. Wieder steh ich da ohne Perspektive, ohne Möglichkeit. Für ambulante Therapie bleib ich zu instabil, zu gefährdet, und stationär finde ich nichts. Und wer behauptet da noch, es würde alles klappen? Wer behauptet da noch, ach klar, das wird schon?
Nix ist, nicht therapierbar, keine Chancen. Wozu auch? Gibt doch so viel schönere Fälle, so viel einfachere Fälle. Außerdem - hey. mir geht es doch super, Hilfe ist unnötig. Die ist doch stark, die hat doch Kraft, die schafft das allein. Nicht? Wer will mir ernsthaft das Gegenteil behaupten, nachdem er mich gesehen hat? Wer will sagen, ich wirke krank?
Quatsch, ich nicht. Stärke, Power, Lebensfreude. Kleine Schwächen hat schließlich jeder mal. Trefft mich, hey, die Welt ist doch schön, mir geht es super. Und wer stark ist, kann auch warten. Monatelang. Da ist ja eh nicht mehr viel nötig, was getan werden muss. Aber wenn ich offenbar "stabil" genug bin, um so lang warten zu können, warum sollte ich dann überhaupt in eine Klinik? Hey, unnötig. Wozu denn?
Ach Gott, warum haben die mich in Lutter eigentlich so lang festgehalten, wo ich doch so gesund bin?

Bericht vom Eric-Konzert folgt später, im anderen Blog, wenn es mir besser geht. Falls. Und wenn nicht, auch. Fassaden müssen halt gewahrt werden.

16
Apr
2007

Am Ende

Letzte Nacht fast gar nicht geschlafen. Ich werd die Gedanken einfach nicht los, keine Chance. Gut, bestimmte Dinge hab ich im Griff, da wird nichts passieren. Aber der Rest klappt gar nicht.

Meine Arme bekomm ich im Bett nicht sortiert. Wie immer ich liege, es tut grausam weh - alles dick entzündet, schmerzhaft. Suppt, eitrig, das alte Problem. Ich will nicht wissen, wie hoch mein Entzündungswert ist.
Zum Arzt, was das naheliegendste wäre, kann ich nicht, nicht so, wie ich aussehe. Ich glaube, dem bliebe keine andere Wahl, als mich einzuweisen. Es klappt ja auch echt gar nichts. Jede Bewegung tut weh, das tippen, das Haare kämmen, das Essen. Mein einer Arm ziemlich steif, strecken geht nicht mehr.
Und ich kann nicht mehr weiter. An einer Mauer angelangt, die zu hoch zum überklettern ist, und keine Tür hat. Auf das schneiden kann und will ich im Moment nicht verzichten, das ist das einzige, was mich am Leben hält, so seltsam das auch klingen mag. Tja, wie nun weiter?
Jetzt bräuchte ich irgendwie eine Patentlösung, oder ein paar Tritte in den Hintern. Aber wie bekommt man wieder Hoffnung, wenn man sich aufgegeben hat?

15
Apr
2007

Schweigen

Gleich zwei... Hätte ich noch vor einem Jahr gedacht, daß es eine Zeit geben würde, wo ich mir jede Nacht die Stunden um die Ohren schlage? Wann bin ich, seitdem ich draußen bin, jemals vor zwei ins Bett gegangen?

Die Nacht ist was besonderes, auch wenn ich es nicht genau benennen kann. Klar, Deckmantel für so vieles, schützende Schwärze, die nicht mehr genau alles erkennen lässt. Und es ist kühl.

Schade. Vor mir im Regal die Dose mit den Tabletten, unschuldig und wie ein Angebot. Harmlos? Nein. Vorsorge wäre getroffen, daß ich das Zeug auch ja nicht ausspucke, nachts, im halben Delirium. Alk ist auch genug da, es vergeht schließlich kaum ein Abend, an dem ich mir nicht einiges an Alk reinhaue, um schlafen zu können und die Gedanken loszuwerden. Wein, Wodka, Pitu, was halt grade so greifbar ist. Aber das sind so Dinge, die niemand weiß. Nebensächlich. Wichtig ist vor allem die Fassade, die nur im Geschriebenen Risse kriegt, oder manchmal bei Menschen von Angesicht zu Angesicht, die ich durch die Klinik nicht mehr belügen kann. Sie haben mich gesehen, als es mir richtig dreckig ging, sie kennen ein Stück weit meine Tricks. Und auch, wenn sie in Worten die Wahrheit hören, glaubt es niemand so hundert Prozent. Wie auch, wo ich doch nach außen einen so stabilen Eindruck mache? Immer wach, klar, kalkuliert, logisch und sich der eigenen Situation bewusst. Glauben mir deshalb ärzte, wenn ich beteuere, nein, ich habe keine Suizidgedanken, ja, ich bin froh, daß ich überlebt habe? Oder wollen sie die Wahrheit einfach nicht sehen?

Es gibt Augenblicke, in denen wünsche ich mir regelrecht, daß jemand kommt und mich einweist. Klar, ich würde mich wehren, und das sehr rabiat, es nicht einsehen, alles von mir weisen - und doch ist es vielleicht das Einzige, was mir ein Stück weit Entlastung bringen könnte - wenn ich noch Hoffnung hätte. Es gibt so viele Möglichkeiten, eine Einweisung mit Beschluß zu erzwingen. Aber was bringt es? Ich sehe keine Hoffnung mehr, ich glaube nicht, daß mir eine Klinik noch helfen kann. Und ein ambulanter Thera erst recht nicht, der würde mich doch direkt wieder nach Lutter schicken. Ich bin zu kritisch, zu sehr selbstgefährdend.
Meine Arme dürfte auch niemand sehen, die Schmerzen sind mittlerweile echt heftig - nicht beim Schneiden selbst, aber irgendwann später. Solche Wunden hätten mich in der Klinik wieder auf die Geschlossene gebracht, und das für mehrere Wochen. Hier draußen füge ich sie mir täglich zu, immer wieder neu, immer wieder tief, und es ist egal. Klar, alles entzündet, meine Werte sicher so schlecht wie in der miesesten Zeit auf der Offenen, damals, als sie mir täglich monatelang Valium und Eisentabletten gegeben haben, um das zu beheben. Sinnlos, draußen zerstör ich mich doch eh nur wieder selbst.

Gut, genug gejammert. Immerhin hab ich grad mal wieder einen realistischen Zukunftsplan, der vielleicht sogar funktionieren könnte - aber dafür muss ich mich erstmal informieren, und ob ich dafür die Kraft aufbringe, weiß ich nicht. Vielleicht irgendwann, in ein paar Tagen, eine halbe Stunde, bis ich doch nur wieder aufgebe.

Ach, scheiß drauf. Ich hau mir jetzt die Birne zu und schneide mir einmal mehr die arme auf, dann tu ich wenigstens die Tablettendose weg, die ich schon mal wieder in der Hand hatte. Einmal wieder.
Die nächsten Tage versuch ich, den ganzen Selbsthass und die Traurigkeit und Leere in mir drin halt anders zu katalysieren, zusätzlich zum Schneiden. Ich hab zu viel gegessen die letzte Zeit, Frustfuttern und Fressattacken. Also wird jetzt radikal abgespeckt, so weit, bis ich mich in meinem Körper wieder wohl fühle. Untergewicht - na und? Gibt schlimmeres. Hauptsache, ich schluck die Tabletten nicht.
Gute Nacht.
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Gedankenspiele, Traumtänzereien, Melancholie und die Abgründe in meiner Seele. Wer sich hier drauf einlässt, wird selten Frohes und nie Licht lesen - aber manchmal muss auch der Seelenschrott Worte finden. Vorsicht, triggernde Inhalte! Ich setzte keine Sternchen und Spoiler!

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